Dienstag, Januar 24

Die deutsche Jazzdebatte








Stellt euch mal folgendes vor: In der deutschen Jazzszene ist eine Diskussion entbrannt. In den deutschen Medien ist eine Diskussion über Jazz entbrannt. Die Welt des Jazz in Deutschland wird sich verändern, es ist endlich an der Zeit! Und jetzt in echt: Ebenso NICHT vollständig zutreffend wie auch (noch) nicht ganz so weitreichend ist  aktuell ein Thema, dass in den letzten Tagen von einigen Jazzern in und durch die Öffentlichkeit diskutiert wird. Ich hoffe, dass dies nur der Anfang ist. Zwar verfolge ich natürlich aus eigenem Interesse Publikationen in den Medien über Jazz (zum Beispiel hier und hier), aber natürlich kann ich kaum alles immer mitbekommen. 


Nun ist allerdings etwas passiert. Und es ist auf Facebook, Onlineausgaben von großen Zeitungen und in der sogenannten "Blogossphäre". Ich habe versucht, mich zu informieren und möchte versuchen, hier davon zu berichten, beziehungsweise Links aufzulisten.
Es beginnt hiermit: dem sogenannten Jazz-Musiker-Aufruf, veröffentlicht gegen Ende letzten Jahres. Dieser benennt und spricht, an eine spezialisierte Öffentlichkeit gerichtet, Probleme des Jazz in Deutschland an. 
Einige der Gedanken: Jazz führe eine Randexistenz und sei kulturpolitisch sowie gesellschaftlich nicht anerkannt, Arbeitssituationen seinen sehr schlecht. Es wird vor allen Dingen eine Annäherung des Jazz and die E-Musik (also den klassischen Kulturbetrieb), sowie eine Stärkung der Stimme im Sinne einer "lauteren" Vertretung der Szene durch Vereinigungen wie der Union Deutscher Jazzmusiker gefordert.Dieser Aufruf, diese Initiative ist auf Facebook als Gruppe aktiv und es wird darüber diskutiert. 
Dann erschien ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung, geschrieben von Michael Hornstein. Herr Hornstein scheint seine eigene Abrechnung mit dem Jazz zu tätigen. Ob seine Einschätzungen zutreffen, was man davon hält, dies ist die zweite Welle vieler Facebook- und Forendiskussionen. Den Artikel selbst findet man nicht mehr im Internet, Kopien hier einzustellen ist natürlich verboten, ich möchte allerdings jedem raten, sich mal wirklich mit Form und Inhalt des Hornsteinartikels zu befassen. Zum Beispiel indem man "Süddeutsche Zeitung "Betriebsstörung" Artikel Michael Hornstein" googelt und den "Rollingstoneforum-Link" nimmt. 

Nun passiert das für mich Unglaubliche: auch andere Zeitungen springen auf den A-Zug auf und glossieren über Jazz, was das Zeug hält:


Nun zur Liste der Reaktionen



ebenfalls einige gute Berichterstattungen aus letzterer Zeit


Desweiteren geht, wie gesagt, auch tatsächlich einiges auf Facebook.



Fortsetzung folgt.







Mittwoch: ein Nachtrag

Nach einigen Recherchen bin ich darauf gestoßen, dass Themen, wie sie gerade diskutiert werden auch auf dem sicherlich größten  (akademischen) Jazzforum Deutschlands durchaus zur Sprache kommen, insbesondere auf dem letzten, dem 12. Darmstädter Jazzforum

Eben dazu schreibt die aktuelle (5/2011-also November, Dezember, Januar- abdeckende) Ausgabe der Jazzzeitung einen interessanten Artikel.


6 Kommentare:

  1. Update: Zur Einschätzung der Reichweite des SZ-Artikels: http://www.dradio.de/kulturnachrichten/2012012114/12/

    Auch hier ist das Thema präsent: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiProjekt_Jazz/Newskasten

    Die Debatte ebenfalls aufgegriffen hat: http://saxophonekillsme.wordpress.com/2012/01/24/betriebsstorung-ein-artikel-der-suddeutschen-schlagt-unter-jazzern-heftige-wellen-im-netz/

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  2. Die UDJ hat jetzt übrigens eine ganz frische Homepage. Noch wenig Inhalt, aber vielleicht ein Anfang:
    http://www.u-d-j.de/

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  3. Hier noch zwei weitere Links:
    http://jazzinstitut.blogspot.com/2012/01/germany.html
    http://jazzonblog.blogspot.com/2012/01/thema-deutscher-jazz-in-der-krise.html

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  4. Auch kann man Diskussionen beim Jazzinstitut Darmstadt auf Facebook verfolgen.

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  5. Noch ein Blogger:
    http://www.soliloquium.de/2012/01/betriebsstorung-jazz-auf-facebook/

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